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ArlbergEnergie
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Wärmeservice
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Geschichte.

Der ewa.

Erneuerbare Energie in der vom Tourismus geprägten Gemeinde St. Anton am Arlberg


Die Geschichte des Elektrizitäts-Werks St. Anton am Arlberg

Der erste elektrische Strom für St. Anton am Arlberg wurde in einer kleinen Kraftanlage an der Rosanna bereits 1907 erzeugt und in der Hutstumpenfabrik, später Kettenzeugfabrik, auf dem Gebiet des heutigen Hotel Tyrol benötigt. Die kleine Leistung von 20 Kilowatt reichte aus, um einige Gasthäuser mit elektrischer Beleuchtung zu versorgen.

Später wurde eigens für das Hotel Post eine Kraftanlage am Steißbach im Oberdorf erbaut. Das private E-Werk an der Rosanna wurde durch das große Hochwasser im September 1920 zerstört und nicht wieder aufgebaut. 

Im Laufe der Zeit wurde die Gemeinde St. Anton immer größer und somit musste man auch die Stromversorgung ausbauen. Die Untersuchungen der Möglichkeiten einer Wasserkraftnutzung ergaben, dass der Moosbach mit einer guten Winterwasserführung und der nutzbaren Fallhöhe von 200 Metern die geeigneten Voraussetzungen für den Bau eines Kraftwerkes bot.

Bereits 1921 wurde mit dem Bau begonnen und die Druckrohrleitung von circa 30 Zentimeter Durchmesser unterirdisch verlegt. Von der Wasserfassung im „Wilden Garten“ führte damals Holzfluder das Wasser einem Ausgleichsbecken zu, das beim heutigen Drosselklappengebäude lag. Die Drosselklappe ist eine mechanische Einrichtung, die im Druckrohr verbaut ist und somit den Wasserdurchfluss überwacht. Wenn dieser steigt oder abfällt schließt sich die Klappe und somit ist der Durchfluss geschlossen und es kann ein etwaiger Defekt überprüft und behoben werden. Im Krafthaus wurde ein Maschinensatz mit einer Leistung von 125 Kilowatt installiert. Zu diesem wurde ein Dieselmotor mit 80 PS gekauft, der im Falle eines Ausfalles die Ortschaft versorgen konnte. Die Ortsversorgung erfolgte mit Freileitung und Mast-Trafos.

Durch den immer mehr an Bedeutung gewinnenden Fremdenverkehr stieg der Strombedarf rasch an und somit wurde ein zweiter Maschinensatz mit 125 Kilowatt Leistung installiert. Ein weiterer mit 400 Kilowatt wurde 1936 eingebaut. Um die 1937 erbaute Galzigbahn sicher mit Strom versorgen zu können, kam zur neuen Maschine ein 204 PS starker Dieselmotor, welcher über eine „Sinclair“-Kupplung den Generator antreiben konnte.  

Leider wurde das Holzfluder fast jeden Winter durch Lawinenabgänge beschädigt. Daher entschloss man sich, Ausgleichsbecken und Fluder aufzugeben und dafür eine Eisenrohrleitung mit einer Länge von 562 Meter und einem Durchmesser von 40 Zentimeter, auf Betonsockeln ruhend, zu bauen. Das kritische Lawinengebiet wurde gleich nach der Wasserfassung durch einen 121 Meter langen Stollen umgangen.

Bei Ausbruch des 2. Weltkrieges brachte das Kraftwerk eine Leistung von 260 Kilowatt im Winter und hatte ein Jahresarbeitsvermögen von 900.000 Kilowattstunden. Im Jahr 1928 wurde ein zusätzliches kleines Elektroverkaufsgeschäft eröffnet und der Installationsbetrieb errichtet. Der Personalstand betrug damals 4 Personen.  

Finanziert wurden die Investitionen aus Steuergeldern der Gemeinde und durch beträchtliche Holzverkäufe. Damals betrug der Versorgungsumfang 274 Häuser mit 358 Haushalten und erstreckte sich vom Ortsteil Gand in St. Jakob am Arlberg bis nach St. Christoph. 

Nach der Inbetriebnahme der Galzigbahn stieg der Fremdenverkehr und damit auch der Stromverbrauch rapide an. Insbesondere der Verbrauch der Galzigbahn brachte enorme Schwierigkeiten mit sich. Im Winter 1941/42 konnte die Ortsversorgung gerade noch aufrechterhalten werden. Mit einem massiven Appell der Gemeinde an die Bevölkerung Strom zu sparen und dadurch den Fall nicht eintreten zu lassen, das E-Werk St. Anton am Arlberg zu verlieren, richtete sich die Gemeinde in einem Rundschreiben vom 07.03.1942 an die Bürger und ersuchte sie, mitzuteilen, in welchem Ausmaß Stromsparmaßnahmen durchgeführt werden können.

Die Reaktion der Bürger war überwiegend positiv – man wollte Einschränkungen auf sich nehmen, um das E-Werk der Gemeinde zu erhalten. 

Die Dinge kamen jedoch auch von anderer Seite her ins Rollen. Das Landesamt Landeck nahm Verhandlungen über die Zukunft des E-Werks auf. Erst wollte man an die Vorarlberger Kraftwerks AG verkaufen, doch nach langen Verhandlungen kam es am 19.02.1944 zum Abschluss eines Pachtvertrages mit der Vorarlberger Kraftwerks AG. 

Während der Zeit des 2. Weltkrieges litt das E-Werk außerdem sehr an den kriegswirtschaftlichen Verhältnissen. Es mussten Kupferseile gegen Eisen- oder Aluminiumseile getauscht werden. Nach Kriegsende, bereits im Sommer 1945, wurde von der damaligen Gemeindeverwaltung der Pachtvertrag, welcher während der schwierigen Zeit im Krieg mit der Vorarlberger Kraftwerks AG unterzeichnet wurde, aufgelöst. Zur Auflösung des Vertrages kam es am 01.01.1953. Seit diesem Tag steht das E-Werk St. Anton am Arlberg in einem Stromlieferungsverhältnis mit der TIWAG (Tiroler Wasserkraft AG), dessen wesentliche Bedingungen auch heute noch Gültigkeit haben. Das Gebiet St. Christoph wird seit diesem Zeitpunkt von der TIWAG versorgt. Das E-Werk St. Anton hatte nun einen leistungsfähigen Partner, um die eigene Leistung war es jedoch nicht zum Besten gestellt. 

Die Verwaltung besorgte wieder einen E-Werks-Ausschuss, die Buchhaltung erledigte die Gemeinde. Die sprunghafte Entwicklung des Ortes und der überdurchschnittlich anwachsende Strombedarf forderte wie schon früher eine Leistungssteigerung des eigenen Kraftwerkes.

In den Jahren 1952 bis 1960 wurde die Ortsverteilung im Zentrum verkabelt. Nach dem Bau der 25 Kilovolt-Leitung nach St. Anton am Arlberg durch die TIWAG wurde die Hauptübernahmestation Sonnenheim, welche heute immer noch in Betrieb ist, gebaut. Die ebenfalls neu errichteten Stationen Feuerwehr, Nasserein, Post und Kindergarten angeschlossen und die Niederspannungsnetze verkabelt. Um den enorm anwachsenden Stromverbrauch in der Verteilung einigermaßen in den Griff zu bekommen, wurde 1961 eine Fernsteueranlage bestellt, welche im Winter 1962 geliefert wurde. Der wachsende Leistungsbedarf konnte längst nur noch aus dem Netz der TIWAG gedeckt werden. Die Frage nach der Leistungssteigerung des eigenen Kraftwerkes war wieder einmal zur Überlebensfrage geworden. 

Nach der Gemeinderatswahl im Frühjahr 1962 wurde ein E-Werk-Ausschuss (Flatscher Oskar, Haueis Eugen, Wasle Ludwig und Obmann Tschol Karl) mit dem Auftrag, sich der anstehenden Probleme des E-Werkes St. Anton am Arlberg anzunehmen, eingesetzt. Als erstes war eine Betriebsatzung zu bestellen, welche die Kompetenzen und Entscheidungsgrenzen gegenüber dem Gemeinderat festlegte. Die Buchhaltung wurde von der Gemeindeverwaltung übernommen und das ganze Rechnungswesen neu organisiert. Nachdem diese Basis neu geschaffen und die Tarifpolitik des E-Werkes St. Anton am Arlberg als Energieversorgungsunternehmen (EVU) festgelegt worden war, konnte man sich unter der umsichtigen Leitung des neuen Betriebsleiters Johann Schwarzinger, dem weiteren Netzausbau und den Plänen für die Leistungserhöhung widmen. 

Bei der Wasserkraftanlage Moosbach kam nur eine Gefällsstufenerhöhung mit Tagesspeicher und neuen Maschinen in Frage. Da die Planung viel Zeit in Anspruch nahm, wurde für die Überbrückung und sichere Stromzustellung ein 1000 PS starker Jenbacher Dieselmotor mit einer Leistung von 600 Kilowatt eingesetzt. Die Finanzierungsfrage für den zukünftigen Ausbau wurde gelöst und die Planung der Firma Siemens Linz übergeben. 1967 begannen die Bauarbeiten mit der Erstellung der Wasserfassung auf Untermoos, der Verlegung der Hangrohrleitung und der Installation der Maschine 1 mit einer Leistung von 700 kVA 1969 wurde die Druckrohrleitung neu verlegt und die Maschine 2 mit 800 kVA in Betrieb genommen. Die gesamte 5 kV Hochspannungsanlage wurde neu gebaut. Nebenbei war der Netzausbau in allen Ortsteilen in vollem Gange, um durch leistungsfähige Kabel und Trafostationen die Energie sicher zu den Abnehmern zu bringen. 

Die Leistung des E-Werkes betrug nun aus Wasserkraft 1200 Kilowatt und von der Dieselanlage 600 Kilowatt mit einem Jahresarbeitsvermögen von 7,8 Mio. Kilowattstunden. 

Das E-Werk St. Anton hatte im Jahr 1970 einen Spitzenleistungsbedarf von 2,7 Megawatt abzudecken. Der Tag war absehbar, an dem eine weitere Leistungserhöhung notwendig werden würde. Über Antrag des E-Werks-Ausschusses beschloss der Gemeinderat, der Universität Innsbruck, Abteilung Tunnel- und konstruktiver Wasserbau, eine Studie über die mögliche Wasserkraftnutzung im Ferwall (Verwall) in Auftrag zu geben. Aus dieser Studie entwickelte sich das Projekt Rosanna. Mit dem Betriebsleiter Klimmer Jakob wurden alle Voraussetzungen für die Realisierung geschaffen und mit der Firma Siemens zeitgerecht zum Abschluss gebracht, damit die naturschutzrechtlichen und wasserrechtlichen Verhandlungen durchgeführt werden konnten. Das Projekt wurde genehmigt und die Arbeiten an die verschiedenen Firmen vergeben. 




Bau Kraftwerk Rosanna

Die Bedeutung des neuen Kraftwerkes Rosanna 

Die Gemeinde St. Anton am Arlberg hatte im Jahr 1983 einen Jahresstromverbrauch von mehr als 16 Mio. Kilowattstunden. Durch das neue Kraftwerk Rosanna konnte das E-Werk 12 Mio. Kilowattstunde erzeugen. Doch leider entstand auf den Energiebedarf bezogen ein verkehrtes Bild. Von der erzeugten Energie entfielen nämlich 60% auf das Sommerhalbjahr und nur 40% auf das Winterhalbjahr. Dadurch war das E-Werk gezwungen Strom von der TIWAG für das Winterhalbjahr zu kaufen und den Stromüberschuss im Sommer an die TIWAG zu verkaufen, nur so konnte der jeweilige Bedarf gedeckt werden. Eine maßgeschneiderte Tarifgestaltung, angepasst an die Erzeugungs- und Verbrauchssituation machte es möglich, diese Sommerenergie wirtschaftlich und umweltbewusst an die Abnehmer zu bringen. Für diesen Zeitraum standen den Abnehmern eine Reihe von äußerst günstigen Tarifen in Form von Nachtstrom und Mischtarif ganztägig, ausgenommen Spitzensperre zur Auswahl. Besonders für die Warmwasserbereitung ergaben sich günstige Voraussetzungen. Mit einer großen Bereitschaft der Stromabnehmer für wirtschaftliche Investitionen im Sinn einer umweltfreundlichen Energie, konnte bereits ein großer Teil von Boileranlagen wie auch die Heizung des Freischwimmbades auf elektrische Energie umgestellt werden. So konnte die Gemeinde rund 800 Tonnen Heizöl einsparen. Der steigende Stromverbrauch und Spitzenbedarf im Winter hat in dieser Zeit einen umfangreichen Netzausbau notwendig gemacht. Im Versorgungsbereich des E-Werks waren im Jahr 1983 rund 30 Kilometer Hoch- und 70 Kilometer Niederspannungskabel im Erdreich verlegt worden, somit war eine sichere und verlustarme Energieübertragung gewährleistet. Das Verteilernetz bestand aus rund 24 Trafostationen und 150 Kabelverteilern, das gänzlich von Freileitungen befreit war, wodurch das Ortsbild nicht mehr durch Strommasten und Freileitungen beeinträchtigt wurde. 

Die verschiedenen Tarifzeiten wurden über eine neue Rundsteueranlage vom Kraftwerk automatisch durchgeführt. Das E-Werk war nun in den Bereichen Erzeugung und Versorgung, sowie Elektroinstallation und Elektrohandel mit einem Personalstand von 22 einheimischen Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von 22,5 Millionen Schilling aus St. Anton am Arlberg nicht mehr weg zu denken. 




Wasserkraftwerk Stanzertal

Vorausschauend wurde auf den zukünftig erhöhten Energiebedarf in der Region Stanzertal ein richtungsweisendes neues Projekt, das Wasserkraftwerk Stanzertal unter Beteiligung der Anrainergemeinden und Einbindung von Energieversorgungsunternehmen, somit auch der EWA, dass die komplette Überwachung und Betriebsführung übernimmt in Angriff genommen. Im Wasserkraftwerk Stanzertal werden jährlich 52,2 Mio. Kilowattstunden erzeugt und somit können zirka 14.000 Haushalte mit Strom beliefert werden. Die Kosten sind mit 59.000.000 Euro veranschlagt. Insgesamt zahlen die Gemeinden davon 3,5 Mio. Euro, etwa die Hälfte bekommen sie von den Partnern aus St. Anton, Imst und Reutte für deren Beteiligung zurück. 2015 ging das Wasserkraftwerk Stanzertal in Vollbetrieb (Information unter http://www.wkw-stanzertal.at). 




Die Energie- und Wirtschaftsbetriebe heute

Die Geschichte hat viele Veränderungen und Fortschritte für das E-Werk gebracht. Natürlich gab es auch herbe Rückschläge, die aber durch die Zusammenarbeit mit der Gemeinde schnell gelöst werden konnten. Heute ist das E-Werk nicht mehr aus St. Anton am Arlberg wegzudenken, da es ein großer Arbeit- und Geldgeber für die Gemeinde ist. Derzeit (Stand 19.01.2015) sind 75 Mitarbeiter angestellt, die in den Bereichen Verwaltung, Elektroinstallation, Handel-Verkauf, Kundendienst, EVU, Kommunal, Versorgung und Entsorgung (Wasser, Kanal, Müll) arbeiten. Das EWA hat einen jährlichen Umsatz von zirka 12.000.000 Euro. Aber auch für unseren Wintertourismus ist das E-Werk sehr wichtig. Jährlich werden 70.000 Kubikmeter Wasser für die Arlberger Bergbahnen zur Verfügung gestellt. Damit auch in einem schneearmem Winter die Pisten beschneit werden können.